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		<title>Ist der Einsatz von Potenzialanalysen noch zeitgemäß?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[marketing@balancedsix.com]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2024 09:25:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Potenzialanalysen sind in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in Mode gekommen. Ein längerer Hype spülte viele Instrumente und Ansätze auf den boomenden Markt. Plötzlich war jeder Persönlichkeitstest eine „Potenzialanalyse“. Doch wo Potenzialanalyse darauf stand, war nicht immer Potenzialanalyse drin. Viele Anbieter haben den Trend vor allem für das eigene Geschäft genutzt. Das hat dazu&#8230; <a class="more-link" href="https://www.balancedsix.com/ist-der-einsatz-von-potenzialanalysen-noch-zeitgemaess/">Continue reading <span class="screen-reader-text">Ist der Einsatz von Potenzialanalysen noch zeitgemäß?</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Potenzialanalysen sind in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in Mode gekommen. Ein längerer Hype spülte viele Instrumente und Ansätze auf den boomenden Markt. Plötzlich war jeder Persönlichkeitstest eine „Potenzialanalyse“. Doch wo Potenzialanalyse darauf stand, war nicht immer Potenzialanalyse drin. Viele Anbieter haben den Trend vor allem für das eigene Geschäft genutzt. Das hat dazu geführt, dass einige Unternehmen die Erfahrung machen durften, dass Potenzialanalysen keine Probleme lösen, im schlimmsten Fall sogar Probleme verursachen. Jedenfalls wurde der Begriff Potenzialanalyse „beschädigt“.</p>
<p>Zurück zu unserer Einstiegsfrage. Ist der Einsatz von Potenzialanalysen heute noch zeitgemäß? Die Antwort lautet eindeutig JA. Potenzialanalysen sind hilfreich und nützlich.<br />
Voraussetzung dafür sind:</p>
<p>&#8211; eine angemessene („relevante“) Fragestellung<br />
&#8211; ein professionelles Verfahren und<br />
&#8211; ein „sauberer“ Diagnostikprozess</p>
<p>Im Folgenden werde ich auf die ersten beiden Punkte näher eingehen. Zum Diagnostikprozess wird in Kürze ein eigener Artikel erscheinen.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Was ist eine relevante Fragestellung für den Einsatz von Potenzialanalysen?</span></h3>
<p>Berufliche Diagnostik beginnt mit der Definition von Anforderungen. Jede berufliche Anforderung lässt sich den drei Ebenen Potenzial, Kompetenz und Performance zuordnen. Potenziale gehen aus den Anlagen und Talenten hervor, mit denen wir auf die Welt kommen. Jeder Mensch hat besondere Begabungen, etwas, das ihn auszeichnet und von den anderen unterscheidet. Dazu kommen Ausstattungsmerkmale, die im durchschnittlichen Bereich liegen. Selbstverständlich gibt es bei jeder Person auch Merkmale, die mit weniger Talent versehen sind. Die Zeitspanne einer menschlichen Existenz reicht nicht aus, um diese große Anzahl von Talenten, die in jedem Menschen schlummern, nur annähernd kennenzulernen. Wir lernen in der Regel die Talente und Anlagen kennen, die in unserer Umgebung gefordert werden.</p>
<p>Potenziale sind die Teilmenge von Anlagen und Talente, die für bestimmte (leistungsorientierte) berufliche Kontexte relevant sind. Aus Potenzialen werden durch Lernerfahrungen Kompetenzen. Je höher das Potenzial, desto weniger Lernerfahrung ist für das Erreichen eines bestimmten Kompetenzniveaus notwendig. Wenn wir uns mit der Frage „hat eine Person ausreichendes Potenzial“ beschäftigen, geht es in Wahrheit um eine ökonomische Betrachtung. Anders formuliert lautet die Fragestellung: „Hat eine Person ausreichend Potenzial, um mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen (Begleitung seitens Umfeld und Vorgesetzter, Lernschritte,&#8230;) in einer gewünschten Zeit ein bestimmtes Kompetenzniveau zu erreichen?“<br />
Eine relevante Fragestellung für den Einsatz einer Potenzialanalyse ist immer dann gegeben, wenn es darum geht, herauszufinden, wie viel noch nicht genutztes Potenzial für eine neue Anforderung vorhanden ist.</p>
<p>Am häufigsten begegnet uns die Frage nach vorhandenem, noch nutzbaren Potenzial, bei SpezialistInnen, die einen guten Job machen, also gut „performen“. Die Frage lautet: „Sind diese auch in der Lage, mehr Verantwortung/ Führungsverantwortung zu übernehmen?“</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Wie kann man bei Potenzialanalysen die Spreu vom Weizen trennen?</span></h3>
<p>Ich werde die Kriterien, die die Qualität einer Potenzialanalyse bestimmen, im Ranking ihrer Bedeutsamkeit vorstellen.</p>
<h4><span style="color: #26358b;">Eine Potenzialanalyse muss wirklich wirklich Potenziale messen</span></h4>
<p>Wirklich wirklich „Potenziale“ zu messen ist diagnostisch anspruchsvoll. Es setzt ein passendes theoretisches Modell voraus. Wie oben ausgeführt sind Potenziale Anlagen, (noch) keine Kompetenzen und können daher nicht mit den klassischen verhaltensorientierten Instrumenten gemessen werden. Dazu als Illustration: Das Führungspotenzial (ganz allgemein) steht im direkten Verhältnis zum Interesse für MENSCHEN (Arbeit in Beziehungen). Potenziale im Bereich der sozialen Kompetenz stehen in Verbindung mit Bedürfnisstrukturen (Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Macht und Dominanz, Autonomie,&#8230;).<br />
<strong>Tipp 1: </strong>Eine Potenzialanalyse sollte in der Lage sein, Interessens-, Bedürfnis- und Motivationsstrukturen zu messen.<br />
Darüber hinaus kann über das noch nutzbare Potenzial nur Auskunft gegeben werden, wenn man sich auch das bereits realisierte Kompetenzniveau ansieht.</p>
<h4><span style="color: #26358b;">Multimethodaler Ansatz in der Diagnostik</span></h4>
<p>Häufig werden zum Zwecke der Potenzialanalyse Persönlichkeitstests eingesetzt. Sie haben ihre Vorzüge in der Ökonomie. Der größte Nachteil liegt darin, dass sie durch die „strukturelle bewertende Ergebnisdarstellung“ so etwas wie Objektivität vortäuschen. Ein Persönlichkeitstest ist immer nur eine „Selbsteinschätzung“. Das Ergebnis sagt uns, wie sich eine Person im Vergleich zu anderen Personen der Vergleichspopulation einschätzt. Eine Selbsteinschätzung ist eine Selbsteinschätzung und nur eine Selbsteinschätzung!<br />
<strong>Tipp 2: </strong>Verwenden Sie multimethodales Vorgehen<br />
Professionelle Diagnostik misst Potenziale auf unterschiedlichen Wegen. Hilfreiche Instrumente sind beispielsweise tiefenpsychologische, biographische Analysen oder strukturierte Interviews (die mit dem Persönlichkeitstest abgestimmt sind).Wenn Sie mit einem externen Anbieter zusammenarbeiten: meiden Sie Anbieter die den Persönlichkeitstest in den Mittelpunkt rücken.</p>
<h4><span style="color: #26358b;">Wissenschaftliche Fundiertheit, zeitgemäße Normen</span></h4>
<p>Bei einem Persönlichkeitstest ist die wissenschaftliche Basis wichtig. Neben den Kriterien der klassischen Testtheorie kann ein Test auch die Kriterien der modernen Testtheorie (Rasch-Homogenität) erfüllen. Darüber hinaus sollte man Augenmerk auf die wissenschaftliche Entwicklung über die Jahre und die Berücksichtigung von zeitgemäßen Anforderungen in beruflichen Kontexten legen.<br />
<strong>Tipp 3: </strong>Bei Auswahl orientierten Fragestellungen sind zwecks dem Ausschalten der sozialen Erwünschtheit Forced Choice Vorgabeformate zu verwenden. Ein weiterer wesentlicher Punkt sind die Normen. Ein Persönlichkeitstest sollte mit aktuellen Normen hinterlegt sein.</p>
<h4><span style="color: #26358b;">Übereinstimmung mit dem Anforderungsprofil</span></h4>
<p>Eine Potenzialanalyse sollte sich an die Fragestellung/ die Anforderungen des Unternehmens anpassen. Das beginnt beim Persönlichkeitstest und betrifft auch alle anderen eingesetzten Instrumente.<br />
<strong>Tipp 4: </strong>Professionelle Anbieter sind in der Lage, die Anforderungen in ein angemessenes Potenzialanalyse Verfahren zu übersetzen. Ich empfehle im Bereich der Konzeption/ Planung der Potenzialanalyse möglichst früh mit Anbietern zusammenzuarbeiten. So können die Kunden von der Erfahrung und dem Wissensschatz am meisten profitieren.</p>
<h4><span style="color: #26358b;">Transparenz und Akzeptanz</span></h4>
<p>Diese beiden Kriterien können erst im Nachhinein evaluiert werden. Denken Sie von Beginn weg mit, wie Sie die Wirkung und den Nutzen für die TeilnehmerInnen und die EntscheiderInnen „sichtbar machen“ können. Eine gut eingeführte und durchgeführte Potenzialanalyse generiert „Erkenntnisgewinn&#8220; bei den TeilnehmerInnen, „Verständnis-Gewinn&#8220; bei den Vorgesetzten und unterstützt durch Dialogprozesse die Kulturentwicklung im Unternehmen.<br />
<strong>Tipp 5: </strong>Planen Sie die Evaluation von Beginn weg mit. Harte Zahlen, Daten und Fakten unterstützen die weitere Professionalisierung der HR-Arbeit.</p>
<p>Mag. Alfred Lackner</p><p>The post <a href="https://www.balancedsix.com/ist-der-einsatz-von-potenzialanalysen-noch-zeitgemaess/">Ist der Einsatz von Potenzialanalysen noch zeitgemäß?</a> first appeared on <a href="https://www.balancedsix.com">BALANCED SIX</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Eins für MICH, keins für DICH! – Über die Psychologie des Durchsetzungsverhaltens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[marketing@balancedsix.com]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jun 2024 16:24:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leadership]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist als Berater immer wieder spannend zu beobachten, dass die Ressourcenverteilung in Organisationen nicht immer (wie vorgegeben) logischen bzw. zweckrationalen Gesichtspunkten folgt. Viele Unternehmen regeln Entscheidungsbefugnisse zentral, trotzdem haben Beziehungsnetzwerke, politisches Agieren und vor allem erfolgreiches Durchsetzungsverhalten Einfluss darauf, welche Fachbereiche bzw. welche Führungskräfte Ressourcen zugesprochen bekommen und welche nicht. Ich möchte in diesem&#8230; <a class="more-link" href="https://www.balancedsix.com/eins-fuer-mich-keins-fuer-dich-ueber-die-psychologie-des-durchsetzungsverhaltens/">Continue reading <span class="screen-reader-text">Eins für MICH, keins für DICH! – Über die Psychologie des Durchsetzungsverhaltens</span></a></p>
<p>The post <a href="https://www.balancedsix.com/eins-fuer-mich-keins-fuer-dich-ueber-die-psychologie-des-durchsetzungsverhaltens/">Eins für MICH, keins für DICH! – Über die Psychologie des Durchsetzungsverhaltens</a> first appeared on <a href="https://www.balancedsix.com">BALANCED SIX</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist als Berater immer wieder spannend zu beobachten, dass die Ressourcenverteilung in Organisationen nicht immer (wie vorgegeben) logischen bzw. zweckrationalen Gesichtspunkten folgt. Viele Unternehmen regeln Entscheidungsbefugnisse zentral, trotzdem haben Beziehungsnetzwerke, politisches Agieren und vor allem erfolgreiches Durchsetzungsverhalten Einfluss darauf, welche Fachbereiche bzw. welche Führungskräfte Ressourcen zugesprochen bekommen und welche nicht. Ich möchte in diesem Artikel Netzwerke/ Verbündete einmal weglassen und die Psychologie der Durchsetzung beleuchten.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">ICH und WIR, die Grundkräfte der sozialen Kompetenz</span></h3>
<p>Die gesamte soziale Kompetenz wird von zwei gegenpoligen Grundkräften hervorgebracht: der ICH-Kraft und der WIR-Kraft. ICH-Kraft hilft uns „das Eigene“ in die Welt zu bringen. WIR-Kraft stellt Beziehung/ Bindung zu anderen her und regelt den sozialen Austausch. Die beiden Grundkräfte sind bei jedem Menschen in unterschiedlichem Verhältnis angelegt und von Geburt an wirksam. Man kann das bei spielenden Kindern in der Sandkiste beobachten. Kinder im Alter von 2-3 Jahren sind noch nicht ausreichend sozialisiert, um den Erwartungen der Eltern zu entsprechen. Die anlagebedingte Ausstattung bestimmt noch stark ihr Verhalten. ICH-orientierte Kinder schnappen in der Sandkiste nach allem, das ihr Interesse weckt. Sie schrecken vor Konflikten (und manchmal auch Handgreiflichkeiten) nicht zurück – nach dem Motto: „Gibst du mir dein Küberl oder muss ich mein Schaufferl sprechen lassen?“. WIR-orientierte Kinder „verteilen“ bereitwillig ihre Spielsachen, gehen manchmal mit weniger nach Hause als sie gekommen sind, sind selbstverständlich bei den Eltern der anderen Kinder beliebter und werden daher häufig zu Kindergeburtstagen eingeladen.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Durchsetzen und Überzeugen – wo liegt der Unterschied?</span></h3>
<p>Durchsetzung, die Kernkompetenz der ICH-Kraft, kann so definiert werden: Durchsetzung ist die Kompetenz, die eigenen Interessen gegenüber den Interessen von anderen &#8211; auf eine sozial angemessene Weise &#8211; zu behaupten. Treffen verschiedene Interessen aufeinander, kann man davon ausgehen, dass soziale Spannung entsteht. So gesehen ist Durchsetzungsfähigkeit an die Bereitschaft gekoppelt, Spannung in Kauf zu nehmen und Spannung „zu halten“.</p>
<p>Durchsetzung wird häufig mit Überzeugen verwechselt. Beim Überzeugen wird mittels Argumente jemand dazu gebracht, etwas zu tun, was sie/er sonst nicht tun würde. Beim Überzeugen wird am Ende das (angestrebte) Verhalten freiwillig erbracht. Spannung ist dabei notwendigerweise nicht im Spiel. Dazu ein Beispiel. Ein Freund wurde vor Jahren in der Wiener Innenstadt von einem Italiener in gebrochenem Deutsch aus dem Auto heraus angesprochen. Als Einstieg wollte er wissen, wie er am schnellsten zur Autobahn kommt. Dann verwickelte er den Mann in ein Gespräch und erzählte ihm, dass er als Juniorchef einer italienischen Modefirma in Wien die Modemesse besucht hatte. Immer noch im Auto sitzend, schenkte er meinem überraschten Freund ein Sakko und einen Mantel. Danach erzählte er von seinen wilden Nächten in Wien und sagte, dass er zu wenig Geld dabei hätte, um ausreichend Benzin kaufen zu können. Er bat ihn um Geld, das er, sobald er zu Hause sei, sofort zurückschicken würde. Die Argumente und die Dramaturgie der Geschichte waren sehr gut aufgebaut, wirklich großes Kino. Obwohl mein Freund im Laufe des Gesprächs Verdacht schöpfte, gab er ihm einige hundert Euro. Er hat sein Geld nicht wieder gesehen. An diesem Beispiel kann man sehen, dass die Grenze zwischen Überzeugen und Manipulation fließend ist.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Mit WIR-orientierten Varianten das eigene Wollen in die Welt bringen</span></h3>
<p>Dem Durchsetzungsverhalten sind WIR-orientierte Vorgehensweisen vorgelagert. Die „softeste” Variante ist „Wünschen“ – man äußert einen Wunsch, dieser kann erfüllt werden oder auch nicht. Gefolgt vom „Bitten“ – man bittet um etwas, die andere Person kann der Bitte nachkommen oder auch nicht. Führungskräfte verwenden oft „Appelle“.  Appelle sind „Motivationsbotschaften“. Sie sprechen die Bedürfnis- und Motivationsstruktur des Gegenübers an. Vor kurzem hat beispielsweise ein Mann im Coaching erzählt, dass er seine MitarbeiterInnen für Mehrarbeit am Wochenende durch den Appell an ihren Teamspirit gewonnen hat: „Gemeinsam schaffen wir das!“</p>
<p>Ganz allgemein gilt: wenn wir es mit WIR-orientierten Menschen zu tun haben, sind „softe Formen“ manchmal auch ausreichend, um das zu bekommen, was man möchte.</p>
<p>Ganz anders ist es, wenn beim Vis-a-vis die ICH-Kraft im Vordergrund steht. ICH-orientierte Menschen haben die eigenen Interessen sehr gut im Blick, gewichten diese hoch und kommen anderen nur ungern entgegen.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">ICH-orientiertes Durchsetzungsverhalten beginnt beim Fordern</span></h3>
<p>„Richtiges“ Durchsetzen beginnt beim „Fordern“. Bei einer Forderung schlagen wir eine deutliche Markierung in den interaktiven Raum ein. Forderungen können in jeder Situation, unabhängig von hierarchischer Beziehung, gestellt werden. Sie können in ein Lebensmittelgeschäft gehen und vor der Imbisstheke folgenden Satz loslassen: „Ich bekomme eine Leberkäsesemmel mit einer dicken Schnitte Leberkäse und vielen Essiggurkerl um einen Euro!“ Im zweiten Schritt können Sie entspannt beobachten, wie Ihr Gegenüber reagiert und gegebenenfalls Ihre Forderung wiederholen (Hartnäckigkeit). Ob einer Forderung nachgegeben wird oder nicht, hängt vom Gegenüber und der „Bestimmtheit/ Selbstverständlichkeit“ ab, mit der Sie die Forderung stellen.</p>
<p>Forderungen sind umso wirksamer, je mehr sie mit Konsequenzen verbunden sind. Stellen Sie sich eine Situation im Unternehmen vor, in der es um die Pünktlichkeit einer Mitarbeiterin geht. Es macht einen Unterschied, wie die Führungskraft das kommuniziert:</p>
<ul>
<li><span style="color: #26358b;">&#8211; Wunsch: „Es wäre schön, wenn du zukünftig pünktlich erscheinst!“</span></li>
<li><span style="color: #26358b;">&#8211; Bitte: “Kannst du bitte zukünftig pünktlich zu arbeiten beginnen?“</span></li>
<li><span style="color: #26358b;">&#8211; Appell und Bitte: Deine KollegInnen sind immer pünktlich bei der Arbeit. Kannst du in Zukunft bitte auch rechtzeitig erscheinen?”</span></li>
<li><span style="color: #26358b;">&#8211; Forderung: “Ich möchte, dass du von heute an pünktlich zur Arbeit kommst!”</span></li>
<li><span style="color: #26358b;">&#8211; Forderung und Konsequenz: „Ich möchte, dass du zukünftig pünktlich zu arbeiten beginnst! Solltest du im nächsten Monat noch einmal zu spät kommen, werden wir gemeinsam mit der HR- Abteilung ein Gespräch führen.“</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im alternativ pädagogischen Bereich ist die Empfehlung, mit “natürlichen” Konsequenzen zu arbeiten. Das wäre beispielsweise gegeben, wenn das zu spät kommen ein Disziplinargespräch nach sich zieht.</p>
<p>Eine sehr hohe Verhaltensausprägung wird im Balanced Six Modell als Übersteigerung tituliert und kann ein Zuviel des Guten darstellen. Eine Übersteigerung im Durchsetzungsverhalten liegt dann vor, wenn Drohung und Erpressung angewendet wird. Eine Drohung ist eine unangemessene und keine “natürliche” Konsequenz und versucht, das Gegenüber unter Druck zu setzen und zu verunsichern. Als Beispiel: “Wenn du noch einmal zu spät kommst, kannst du dir gleich einen anderen Job suchen!” In hierarchischen Beziehungen sind Konsequenzen mit Machtmitteln verbunden. Das heißt nicht, dass nur die hierarchisch höhere Instanz Machtmittel auf ihrer Seite hat. Gerade definitiv gestellte MitarbeiterInnen (sie können nicht so einfach gekündigt werden) haben Machtmittel zur Verfügung. Der Einsatz von Machtmitteln sollte vonseiten der Führungskraft dosiert erfolgen. Andernfalls schwächt das ihre Autoritätsposition.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Durchsetzungsverhalten wird unterstützt durch Hartnäckigkeit und persönliche Substanz.</span></h3>
<p>Menschen, die hartnäckig dranbleiben, haben beim Verfolgen ihrer Interessen mehr Erfolg. Das gilt auch dann, wenn sie softe Varianten einsetzen. Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Wie heißt es so schön: „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Die wesentlichste Moderatorvariable für Durchsetzung ist die persönliche Substanz einer Person. Je stabiler, selbstsicherer und entspannter eine Person (im INNEN) ist, desto wirksamer wird ihr Durchsetzungsverhalten. Klarheit im INNEN ist ein Ergebnis von einem stabilen inneren Kern: „Ich weiß, was ich will, kann es klar, direkt und entspannt sagen, habe kein Problem damit, dass andere Personen andere Interessen haben und halte Spannung gut aus.“ Menschen, mit wenig persönlicher Substanz sind im INNEN unsicher. Sie verwenden häufig eine WIR-orientierte Positionierung. Spannung wird dadurch vermieden und die INNEN-Seite wird weniger belastet/ getestet bzw. geschont. Ursachen dieser Unsicherheit sind oftmals in der Kindheit angelegte „Lebensprogramme“, verbunden mit Scham- und Schuldgefühlen. Mehr dazu gibt es in <a href="https://www.balancedsix.com/mit-7-decades-of-joy-maximale-freude-und-erfolg-im-beruf/">einem anderen Blog-Artikel</a>.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Unternehmenskultur legt die Richtung fest</span></h3>
<p>Die Angemessenheit im Bereich der sozialen Kompetenz wird immer auch vom äußeren Rahmen bzw. den Umgebungsbedingungen bestimmt (Hofstede, 1980; House et al., 2004). Die Unternehmenskultur legt fest, welche Verhaltensweisen opportun sind und welche nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass in skandinavischen Ländern WIR-bezogene Vorgehensweisen im Vordergrund stehen (Langaas &amp; Mujtaba, 2023; Smith et al., 2011; Warner-Søderholm, 2012). Bei einem Kundenprojekt durfte ich ein Managementteam in Schweden begleiten. Konfliktäre Themen wurden sehr lange diskutiert. Der gemeinsame Nenner war das (unausgesprochene) Ziel.</p>
<p>Länder mit einer stärkeren ICH-Orientierung findet man in Osteuropa. MitarbeiterInnen erwarten dort von ihren Vorgesetzten deutlich direktivere Verhaltensweisen als anderswo in Europa. Im DACH-Raum herrscht eine eher ausgewogene ICH-WIR Verteilung. In Deutschland stehen Vernunft und Logik etwas im Vordergrund, in Österreich herrscht ein wenig mehr Pragmatik, Informelles gewinnt an Bedeutung.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Was können Sie tun, um Ihr Durchsetzungsverhalten auszubauen?</span></h3>
<p>Diese Frage ist vor allem für Menschen interessant, die anlagebedingt von der WIR-Seite kommen. Im ersten Schritt geht es darum, klar zu bekommen, „was ich wirklich, wirklich will?“. Wir haben in unserem emotionalen System jede Menge Sensoren verbaut, die ständig messen und rückmelden, ob etwas stimmig ist, passt oder auch nicht passt. Den Kontakt zu dieser Ebene, diesen Sensoren nennt man „Selbstwahrnehmung“. Unsere funktionale Welt fordert uns ständig auf, den Blick nach AUSSEN zu richten. Die Selbstwahrnehmung (Blick nach INNEN) ist daher bei vielen Menschen „verkümmert“.  Die gute Nachricht lautet: der Blick nach INNEN kann reaktiviert werden. Wir haben ein Trainingsprogramm dafür entwickelt. Es heißt<a href="https://learn.balancedsix.com/product/emisko-emotional-intelligent-sozial-kompetent-2/"> EMISKO</a>: emotional intelligent, sozial kompetent – eine genaue Beschreibung finden Sie in unserem Shop.</p>
<p>Im zweiten Schritt geht es ums „Forderungen stellen“. Forderungen sind das rhetorisch stärkste Mittel beim Durchsetzen. Beim Führungskräfte-Coaching gibt es jede zweite Woche einen +20% Tag. An diesem Tag werden alle Wünsche, Bitten, Forderungen, usw., um 20% bestimmter formuliert. Aus einem „Kann ich das bis morgen Vormittag haben?“ wird ein „Ich brauche das bis morgen Vormittag!“ Ziel ist es, in einem entspannten Zustand neue Erfahrungen zu machen. Beim Stellen der Forderung sollte die Wahrnehmung auf das Gegenüber gerichtet werden. Wie reagiert es? Was kommt dabei heraus? Wie sehr kann das eigene Verhaltensrepertoire erweitert werden?</p>
<p>Ich wende diese Übung auch selbst an. Letztes Jahr konnte ich einen Langstreckenflug nicht antreten. Automatisch wurde auch der Rückflug annulliert. Also bin ich zum Schalter der Fluglinie gegangen und habe „geübt“. Als eher WIR-orientierter Mensch wäre ich es normalerweise so angegangen: „Ich habe meinen Flug verpasst und dadurch wurde auch mein Rückflug gestrichen. Gibt es in diesem Fall eine Möglichkeit, das Geld zurückzubekommen?“</p>
<p>Ich lade Sie abschließend ein, diese kleine Übung selbst zu machen. Schreiben Sie in die Kommentare oder uns <a href="mailto:info@balancedsix.com" target="_blank" rel="noopener">per Mail</a> Ihre +20% Version. Unter allen Antwortenden verlosen wir eine kostenfreie Teilnahme am Workshop<a href="https://learn.balancedsix.com/product/ich-kraft-training-2/"> ICH-Kraft Training</a>.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen viel Freude im Beruf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Hofstede, G. (1980). Culture’s consequences: International differences in work-related values. London: Sage.</p>
<p>House, R.J., Hanges, P.J., Javidan, M., Dorfman, P.W. &amp; Gupta V. (2004). Culture, leadership, and organizations: the GLOBE study of 62 societies. (2005). Choice/Choice Reviews, 42(07), 42–4132. https://doi.org/10.5860/choice.42-4132</p>
<p>Langaas, M. &amp; Mujtaba, B. G. (2023). Communication across Cultures in the Workplace: Swimming in Scandinavian Waters. Open Journal Of Social Sciences, 11(04), 174–192. <a href="https://doi.org/10.4236/jss.2023.114014">https://doi.org/10.4236/jss.2023.114014</a></p>
<p>Smith, P. B., Torres, C., Hecker, J., Chua, C. H., Chudzikova, A., Değirmencioğlu, S. M., Donoso-Maluf, F., Chen, N. Y., Harb, C., Jackson, B., Malvezzi, S., Mogaji, A., Pastor, J. C., Perez‐Floriano, L. R., Srivastava, B. N., Stahl, G. K., Thomason, S. J. &amp; Yanchuk, V. (2011). Individualism–collectivism and business context as predictors of behaviors in cross-national work settings: Incidence and outcomes. International Journal of Intercultural Relations, 35(4), 440–451. <a href="https://doi.org/10.1016/j.ijintrel.2011.02.001">https://doi.org/10.1016/j.ijintrel.2011.02.001</a></p>
<p>Warner-Søderholm, G. (2012). Culture Matters: Norwegian Cultural Identity Within a Scandinavian Context. Sage Open, 2(4).<a href="https://doi.org/10.1177/2158244012471350"> https://doi.org/10.1177/2158244012471350</a></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://www.balancedsix.com/eins-fuer-mich-keins-fuer-dich-ueber-die-psychologie-des-durchsetzungsverhaltens/">Eins für MICH, keins für DICH! – Über die Psychologie des Durchsetzungsverhaltens</a> first appeared on <a href="https://www.balancedsix.com">BALANCED SIX</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum ist die qualitative Karriereentwicklung für Unternehmen so wichtig?</title>
		<link>https://www.balancedsix.com/warum-ist-die-qualitative-karriereentwicklung-fuer-unternehmen-so-wichtig/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=warum-ist-die-qualitative-karriereentwicklung-fuer-unternehmen-so-wichtig</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[marketing@balancedsix.com]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 May 2024 11:25:48 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Quantitative Karriereentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor kurzem tauchte in einem Coaching die Frage auf, ob ein Karriereschritt nicht zu früh gemacht wurde. Die Führungskraft hatte Zweifel, ob ihr der “Sprung” in die CEO-Funktion wirklich gut getan hat. Wie kommt die Person auf diese Idee? Offensichtlich war der Preis für den Schritt nachträglich betrachtet hoch. Es stellt sich die Frage, wie&#8230; <a class="more-link" href="https://www.balancedsix.com/warum-ist-die-qualitative-karriereentwicklung-fuer-unternehmen-so-wichtig/">Continue reading <span class="screen-reader-text">Warum ist die qualitative Karriereentwicklung für Unternehmen so wichtig?</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem tauchte in einem Coaching die Frage auf, ob ein Karriereschritt nicht zu früh gemacht wurde. Die Führungskraft hatte Zweifel, ob ihr der “Sprung” in die CEO-Funktion wirklich gut getan hat. Wie kommt die Person auf diese Idee? Offensichtlich war der Preis für den Schritt nachträglich betrachtet hoch. Es stellt sich die Frage, wie Menschen und Unternehmen berufliche Entwicklung gut gestalten können.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Die Leistungsgesellschaft suggeriert “Schneller, weiter, besser”</span></h3>
<p>Trotz Werte- und Generationenwandel &#8211; der Fokus liegt immer noch auf der quantitativen Karriereentwicklung. In einer leistungsorientierten Gesellschaft schließen wir von dem Umstand, mehr (hierarchische) Verantwortung zu tragen, auf das Erbringen einer höheren Leistung. Das bringt Ansehen, Anerkennung, Status und mehr Einkommen. Gerade das Einkommen ist ein “harter” Indikator. TopmanagerInnen (in Österreich) verdienen in zwei Tagen das mittlere Jahreseinkommen eines österreichischen Beschäftigten (Fat Cat Day – Erhebung der AK Wien, Dezember 2023 Abteilung Betriebswirtschaft, Simone Hudelist). Wenn die neu ankommenden StudentInnen auf der Wirtschaftsuniversität nach ihren Berufszielen befragt werden, kommt überdurchschnittlich häufig “ManagerIn/ GeschäftsführerIn” als Antwort. Soweit zur Konditionierung innerhalb der Leistungsgesellschaft.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Der evolutionäre Weg ins obere Management dauert seine Zeit.</span></h3>
<p>Fachkompetenz kann relativ schnell erworben werden, die Entwicklung von persönlicher Reife braucht Erfahrung und Zeit. Wenn es darum geht, möglichst viele (wirklich) gute Top-ManagerInnen hervorzubringen, braucht es die Balance von quantitativer und qualitativer Karriereentwicklung. Auf dem evolutionären Weg gibt es eine vorgegebene Abfolge der Entwicklungsstufen. Abkürzungen sind in evolutionären Prozessen in der Regel nicht vorgesehen. Vergleichbar mit der motorischen Entwicklung von Kindern, vom Krabbeln über Stehen bis zum Laufen, treten auf dem Weg Barrieren auf. Diese können “bearbeitet” und überwunden werden. Jedem Überwinden einer Barriere folgt eine Konsolidierungsphase. Nach der Zeit der Sättigung/ Integration kann die nächste Barriere in Angriff genommen werden. Nicht alle Führungskräfte erklimmen den Gipfel des Managements &#8211; die Übernahme von unternehmerischer Letztverantwortung. Und das ist auch gut so. Die Welt braucht nicht viele, sondern sehr gute Top-ManagerInnen.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Der evolutionäre Weg beginnt beim Spezialistentum</span></h3>
<p>Der erste Schritt im Beruf führt uns in die ExpertInnen-Rolle. Wir sind in einem bestimmten Fachbereich kompetent und in der Lage, die anfallenden Aufgaben (besonders) gut zu bearbeiten. Wenn bei der Berufswahl nicht nur Pragmatik im Vordergrund steht, sondern auch das Interesse eine Rolle spielt, dann ist diese Tätigkeit auch mit einem hohen Interesse für diese SACHE verbunden. ExpertInnen sind im besten Fall durch dieses hohe Interesse an einer SACHE charakterisierbar. Die qualitative Karriereentwicklung kann auf dem Level ExpertIn in die Tiefe führen, dann geht es Richtung “SpezialistIn” oder in die Breite, dann geht es Richtung “GeneralistIn”. Geht es weiter Richtung Führungsfunktion, taucht die nächste Barriere auf: die Balance von SACHE und MENSCHEN. Alle ExpertInnen können, sofern sie ausreichend Interesse für MENSCHEN in sich tragen, Führungsverantwortung übernehmen. Hier kommt der erste Hauptsatz der Motivationslehre zum Tragen: “Interesse kann nicht bewusst verändert, sondern nur erforscht werden!”. Das Interesse für MENSCHEN kann übersetzt werden als ein Interesse für die Arbeit in Beziehungen. Wenn dieses Interesse mit an Bord ist, kann der nächste Schritt in der Evolution Richtung Top-Management getan werden, eine Führungsaufgabe übernommen werden. Jetzt geht es in die Konsolidierungsphase. Selbstverständlich sind auch weiterhin die Aufgaben- und die Fachkompetenz bedeutsam, aber der Hauptfokus darf, kann und sollte Richtung Arbeit in Beziehungen und dem Training der ICH- und WIR-Kräfte gehen (ICH-Kraft hilft uns „das Eigene“ in die Welt zu bringen, WIR-Kraft stellt Beziehung/ Bindung zu anderen her und regelt den sozialen Austausch).</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Nur ein erfahrungsgeleiteter Weg führt nachhaltig zur Freude im Beruf </span></h3>
<p>Erst durch diese Arbeit, durch das Einlassen auf etwas Neues, Wesentliches ist für die Person erkennbar, ob dieser Weg “ein passender” ist. Eine psychologisch gesunde Karriereentwicklung kann nur als ein erfahrungsorientierter Weg verstanden werden. Wir machen Erfahrungen, verarbeiten diese, gehen weiter, zweigen ab und manchmal drehen wir auch um. Für die qualitative Karriereentwicklung gilt der Satz “Der Weg ist das Ziel!”. Wir wissen nicht, wohin er uns führt. Der innere Kompass ist eingestellt auf eine angemessene Herausforderung, die Zufriedenheit im Beruf, die persönliche Befriedigung und die Freude im Beruf.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Gefahren, die beim Verlassen des evolutionären Pfades auftreten</span></h3>
<p>Wird der “evolutionäre Pfad” verlassen, gibt es auch “gefährliche” Abzweigungen. Einer dieser Wege besteht darin, die Konsolidierung auf der Ebene Führung auszulassen und als ExpertIn direkt ins obere Management zu wechseln &#8211; wir nennen das “Managen über Fachkompetenz”. Das kann man besonders im Finanz- und Vertriebsbereich beobachten. Mit anderen Worten, es landen Personen im Topmanagement, die schlechte Führungskräfte sind. Jetzt könnte man sagen, im Topmanagement steht Führung gar nicht mehr so im Vordergrund. Es geht dort stärker ums “Managen” bzw. man führt in der Regel “fertige Führungskräfte” usw. usf. Das stimmt alles. Jedoch, ManagerInnen, die schlechte Führungskräfte sind, ziehen in der Regel ebenfalls schlechte Führungskräfte nach. Das hat nachhaltige Folgen. So kann es passieren, dass die Führungsqualität in einem ganzen Unternehmensbereich “stirbt”. Das kann durch eine psychologisch fundierte Managementdiagnostik vermieden werden. Näheres dazu finden Sie <a href="https://learn.balancedsix.com/product/b6-selection-assessment-package-3/">hier</a>. Dazu eine markante Situation aus dem letzten Jahr. Wir haben die oberste Managementebene eines deutschen Industrieunternehmens mit Hilfe eines 360° Feedbacks entwicklungsorientiert begleitet. Auf Drängen von HR hat auch die Geschäftsführung mitgemacht. Im Auswertungsgespräch hat ein Geschäftsführer gestanden: “Wenn es sein muss, gehe ich mit meinem Managementteam nach einer Klausur Essen. Ich bin in der Regel der Erste, der nach Hause geht und ganz ehrlich, Menschen interessieren mich überhaupt nicht.”</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Was können Sie für Ihre Karriereentwicklung tun?</span></h3>
<p>Menschen, bei denen die quantitative Perspektive im Vordergrund steht, versuchen möglichst weit (und um jeden Preis nach oben) zu kommen. Der Erfolg im AUSSEN dient dann der Selbstbestätigung bzw. der Kompensation von innerer Unsicherheit.</p>
<p>Balanced Six for Business orientiert sich an der Balance. Der berufliche Weg ist als Balance der Entwicklung im INNEN und dem Wirken im AUSSEN zu verstehen. Je mehr Verantwortung Sie im AUSSEN übernehmen, desto wichtiger wird die Arbeit im INNEN. Die Arbeit im INNEN unterstützt die Differenzierung des Selbstbilds und den Ausbau von persönlicher Substanz. Je besser die persönliche Substanz, desto besser kann Verantwortung für andere oder die SACHE übernommen werden. Bei einer Entwicklung gemäß der Balance von INNEN und AUSSEN werden funktionale Beziehungen durch authentische Beziehungen ergänzt, Freude am Ergebnis durch Freude am Tun und Sicherheit über Kontrolle durch Sicherheit über Vertrauen.</p>
<p>Je älter wir werden, desto mehr gilt dieser Satz: Leben ist immer auch eine “Beschränkung”. Daher ist es aus psychologischer Sicht gesund, das Richtige zu tun bzw. Schritt für Schritt das zu werden, was wir wirklich wirklich sind. Jede neue Entwicklungsstufe bringt neue Erfahrungen, neue Perspektiven und auch neue Ziele mit sich. Berufliche Herausforderungen im angemessenen Ausmaß sind hilfreich für unsere Entwicklung. <b>Wenn Sie jeden Tag, in jeder Situation das Beste (das Ihnen möglich ist) geben, ist es das Maximum, das Sie tun können.</b><span style="font-weight: 400;"> Andere werden Ihr Wirken sehen und wertschätzen und Sie werden neue und auch passende berufliche Angebote bekommen. In diesem Zusammenhang verwende ich im Karrierecoaching die Metapher “sich vom Beruf finden lassen”. Der Weg der Balance erfordert Mut und Loslassen. Er führt zur Freude im INNENnnen und Erfolg im AUSSENussen. Und, was am Ende an quantitativer Karriere rauskommt, ist für ein erfülltes Leben weniger bedeutsam als häufig angenommen und postuliert. Näheres dazu finden Sie <a href="https://vimeo.com/818079072/113d73689f?share=copy">hier.</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Wie können Unternehmen Top-Kompetenz im Top-Management sicherstellen?</span></h3>
<p>Vom Spezialistentum bis zum Topmanagement durchlaufen Führungskräfte einen evolutionären Prozess. Er ist durch Barrieren und Konsolidierungsphasen charakterisiert. Wir haben diese Qualitäten und die damit verbundenen berufsrelevanten Persönlichkeitseigenschaften, Potenziale und Kompetenzen im <a href="https://vimeo.com/775482833/c9349f8da3?share=copy"><b>Balanced Six Management Grid</b></a> beschrieben. Sie können gemessen und sichtbar gemacht werden. Eine psychologisch fundierte Managementdiagnostik unterstützt die angemessene Karriereentwicklung und hilft, dass Menschen an passenden Orten landen, ausreichend Zeit für berufliche und persönliche Entwicklung bekommen bzw. nicht “verheizt” werden und am Ende im Top-Management eine Top-Performance abliefern.</p>
<p>Ich wünsche Ihnen viel Freude im Beruf!</p>
<p>Mag. Alfred Lackner</p><p>The post <a href="https://www.balancedsix.com/warum-ist-die-qualitative-karriereentwicklung-fuer-unternehmen-so-wichtig/">Warum ist die qualitative Karriereentwicklung für Unternehmen so wichtig?</a> first appeared on <a href="https://www.balancedsix.com">BALANCED SIX</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Mit “7 Decades of Joy” maximale Freude und Erfolg im Beruf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[marketing@balancedsix.com]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 15:11:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[7 Decades of Joy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leichtigkeit und Erfolg im Beruf durch “7 Decades of Joy” Vor nicht allzu langer Zeit hat der Beruf das Überleben gesichert. Heute ist er ein wichtiger Teil unserer individuellen Lebensgestaltung. Worte, wie Sinn, Erfüllung und Freude haben in diesem Zusammenhang Einzug gehalten. Die Leitbilder für eine gelingende Karriere werden weitgehend von der Wirtschaft vorgegeben. Der&#8230; <a class="more-link" href="https://www.balancedsix.com/mit-7-decades-of-joy-maximale-freude-und-erfolg-im-beruf/">Continue reading <span class="screen-reader-text">Mit “7 Decades of Joy” maximale Freude und Erfolg im Beruf</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color: #26358b;">Leichtigkeit und Erfolg im Beruf durch “7 Decades of Joy” </span></h2>
<p>Vor nicht allzu langer Zeit hat der Beruf das Überleben gesichert. Heute ist er ein wichtiger Teil unserer individuellen Lebensgestaltung. Worte, wie Sinn, Erfüllung und Freude haben in diesem Zusammenhang Einzug gehalten. Die Leitbilder für eine gelingende Karriere werden weitgehend von der Wirtschaft vorgegeben. Der (sichtbare) Erfolg im Außen steht dabei im Vordergrund. &#8222;7 Decades of Joy&#8220; ist eine Alternative, die entwicklungspsychologisch fundiert und praxiserprobt, eine Anleitung gibt, wie wir durch die berufliche Welt navigieren können, im Außen erfolgreich und im Innen erfüllt.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Die Programmierung &#8211; der Einfluss der Eltern von Geburt an</span></h3>
<p>Die berufliche Entwicklung beginnt mit der Geburt. Vom ersten Moment an sind wir mit den Werten, Einstellungen und Perspektiven unserer engsten Bezugspersonen konfrontiert. Diese Programmierung legt den Grundstein für unsere eigenen Haltungen und Werten. Ein Beispiel: Wenn jemand in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufwächst, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei Wahrheiten vermittelt: (1) “es gibt immer etwas zu tun” und (2) “alle arbeiten mit”. Diese frühen Einflüsse verankern in uns eine bestimmte Arbeitsethik und Erwartungen an den Beruf.<br />
Eine zentrale Erkenntnis des Modells ist der Einfluss der Einstellung der Eltern zur Arbeit auf ihre Kinder. Kinder lernen in frühen Jahren durch Modelllernen. Die Emotionen und Geschichten der Eltern hinsichtlich des Berufslebens beeinflussen viel tiefer und nachhaltiger als expliziten Karrieretipps. Das bedeutet, dass Zufriedenheit und Freude der Eltern in ihrem Berufsleben ein wichtiger Einflussfaktor sind.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Die Berufswahl &#8211; durch eigene Erfahrungen werden Interessen erkundet</span></h3>
<p>Schritt für Schritt begegnen wir verschiedenen Berufen. In der Volksschule wollen noch viele Kinder (vor allem Mädchen) Lehrer:in werden. Die Ideen werden vielfältiger. Wir beginnen unsere Vorstellung davon zu formen, was Arbeit für uns bedeuten könnte, welche Arbeit uns entsprechen könnte. Die wichtigste Instanz beim Erkunden von Tätigkeiten/ Berufen ist das persönliche Interesse. Interesse ist so etwas wie “Energie”, die in uns aktiviert wird. Interesse kann nicht beeinflusst oder verändert werden. Wir können Dinge ausprobieren. Interesse springt an, oder auch nicht. Häufig ist der Zugang zum Beruf durch eine kognitive Herangehensweise charakterisiert. “7 Decades of Joy” plädiert stattdessen für einen erfahrungsbasierten Weg. Das Modell postuliert, dass echtes Interesse (“Interesse ist ein Zeichen, dass unser Wesenskern involviert ist”) der entscheidende Faktor für Freude im Beruf ist. Dieses Interesse kann ausschließlich durch persönliche Erfahrungen und nicht durch theoretische Bewertungen entdeckt werden. In der Regel haben wir bis zum 30. Geburtstag Zeit, um über einen erfahrungsorientierten Zugang unsere berufliche Richtung zu finden.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Die Professionalisierung &#8211; das Werden durch Einlassen</span></h3>
<p>Wenn wir unsere berufliche Richtung gefunden haben, geht es darum, sich mit voller Energie und Fokus auf den Beruf einzulassen. Bis in unsere 40er Jahre kann sich diese Phase erstrecken. Dieser Zeitraum handelt von tiefer Immersion, bei der berufliche Ausbildung und reale Erfahrungen kombiniert werden, um allgemeines Wissen in tiefgreifende Expertise umzuwandeln. Die Reise betont Flexibilität und legt nahe, dass Exploration und Spezialisierung keine gegensätzlichen, sondern komplementäre Wege sind, die unsere einzigartigen Talente und Interessen widerspiegeln.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Die Etablierung &#8211; andere erkennen und schätzen unsere Autorität</span></h3>
<p>Wenn wir unseren beruflichen Weg interessenorientiert gehen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir eine Position der beruflichen Autorität erreichen und von anderen anerkannt werden. Wir tauchen immer tiefer in den Beruf ein, finden unser Nische oder einen guten Platz, machen Erfahrungen, lernen und gehen weiter. Spezialisten gehen in die Tiefe, Generalisten finden Gefallen an der Breite. So entsteht etwas “Besonderes”, “Einzigartiges”. Dafür gibt es die Anerkennung. In der Gesellschaft gibt es Unmengen an Imitationen, Kopien und Plagiate. Originale und Authentizität sind selten und werden geschätzt. Sie sind das Ergebnis einer tiefen Übereinstimmung zwischen den Anlagen, Talenten, Fähigkeiten und Interessen, die im beruflichen Tun verschmelzen. Dieser Weg braucht Mut und Demut. Das Leben ist intelligenter als unser Ego. Wenn wir ihm vertrauen, führt es uns zu den passenden Gelegenheiten (eine empfehlenswerte Übung auf diesem Weg ist es, sich vom richtigen Beruf immer wieder “finden zu lassen”). Dabei entsteht die innere Freude, die Freude am Tun und Sein. Mit Ende 40, Anfang 50 haben wir die “Reiseflughöhe” erreicht. Der Beruf ist ein wesentlicher Teil unseres Leben. Wir leben in Übereinstimmung mit unserem Wesenskern.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Das Wirken &#8211; ein Leben aus der Erfahrung, Erfolg durch Ökonomie</span></h3>
<p>Je älter wir werden, desto entspannter ist unser berufliches Leben. Auf dem Hintergrund unserer Erfahrung punkten wir, indem wir das “Richtige” tun. Nicht die Motivation, das Laufen (wie in jungen Jahren) ist unser Erfolgsgarant, sondern die Ökonomie. Wir werden anspruchsvoller, machen immer mehr das, das uns wirklich wirklich entspricht und genießen den Beruf.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Der Abschied &#8211; das Privatleben gewinnt wieder an Bedeutung</span></h3>
<p>Mit 60 Jahren ziehen wir uns Schritt für Schritt vom Beruf zurück. Wir nehmen uns die Zeit, interessante Themen,Tätigkeiten und Aufgaben im Privatleben zu entdecken. Es gibt sehr viel zu entdecken. Diese Aktivität hält “jung”. Wir genießen unser Leben.</p>
<h3><span style="color: #26358b;">Fazit: Mit “7 Decades of Joy” kontinuierliches Wachstum und Reifung</span></h3>
<p><strong>“7 Decades of Joy”</strong> spricht auch allgemeine Lebensprinzipien an, welche die Freude im Beruf beeinflussen. Es thematisiert das Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Vertrauen, das Zusammenspiel zwischen innerer Freude und äußerem Erfolg sowie die Bedeutung von Disziplin und Engagement im gegenwärtigen Moment. Letztendlich legt es nahe, dass wahre Freiheit im Beruf darin besteht, “das Richtige zu tun”, anstatt sich viele Optionen offen zu halten.</p>
<p><strong>&#8222;7 Decades of Joy&#8220;</strong> ist nicht nur ein Modell zum Verständnis des Berufslebens; es ist ein Leitfaden für lebenslanges Lernen. Es erinnert uns daran, dass Erfüllung im Beruf ein dynamischer Prozess ist, der eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit unseren Interessen, der sich wandelnden Welt um uns herum und dem sich entwickelnden Verständnis von uns selbst erfordert.</p>
<p>Wir wünschen Ihnen “viel Freude im Beruf!”</p>
<p>Mag. Alfred Lackner</p><p>The post <a href="https://www.balancedsix.com/mit-7-decades-of-joy-maximale-freude-und-erfolg-im-beruf/">Mit “7 Decades of Joy” maximale Freude und Erfolg im Beruf</a> first appeared on <a href="https://www.balancedsix.com">BALANCED SIX</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>4 Tipps um Narzissmus im Management zu vermeiden</title>
		<link>https://www.balancedsix.com/4-tipps-um-narzissmus-im-management-zu-vermeiden/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=4-tipps-um-narzissmus-im-management-zu-vermeiden</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[marketing@balancedsix.com]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2024 12:48:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Recruiting]]></category>
		<category><![CDATA[Authentizität]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Relevanz des Themas ist ungebrochen hoch. Ein Hauptmerkmal von Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung besteht darin, „großartig“ zu sein. Deshalb versuchen sie im Vergleich zu „gesunden” ManagerInnen, überdurchschnittlich häufig Karriere zu machen. Scheitern sie in einem Unternehmen, streben sie im nächsten den Karrieresprung an. Im folgenden Artikel erfahren Sie die Hintergründe von Narzissmus und wie&#8230; <a class="more-link" href="https://www.balancedsix.com/4-tipps-um-narzissmus-im-management-zu-vermeiden/">Continue reading <span class="screen-reader-text">4 Tipps um Narzissmus im Management zu vermeiden</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Relevanz des Themas ist ungebrochen hoch. Ein Hauptmerkmal von Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung besteht darin, „großartig“ zu sein. Deshalb versuchen sie im Vergleich zu „gesunden” ManagerInnen, überdurchschnittlich häufig Karriere zu machen. Scheitern sie in einem Unternehmen, streben sie im nächsten den Karrieresprung an.<br />
Im folgenden Artikel erfahren Sie die Hintergründe von Narzissmus und wie Sie narzisstische Führungskräfte und ManagerInnen im Unternehmen erkennen. Am Ende geben wir Ihnen vier direkt umsetzbare Tipps zur Hand, die Ihnen als EigentümerIn oder HR-MangerIn im Auswahlprozess helfen, narzisstische ManagerInnen und Führungskräfte zu erkennen und zu vermeiden.</p>
<p>Narzissmus ist allgegenwärtig. Wenn wir soziale Medien nutzen, werden wir überschwemmt mit Beiträgen von Menschen, die sich inszenieren, um “Likes” zu bekommen.<br />
Jeder von uns hat ein gewisses Ausmaß an narzisstischer Neigung. Sie ist bis zu einem bestimmten Ausprägungsgrad gesund und hilft uns, die Balance von INNEN und AUSSEN herzustellen. Der Übergang von einer narzisstischen Neigung zu einer narzisstischen Störung verläuft fließend. Bei einer narzisstischen Störung geht die Ausgewogenheit zwischen INNEN und AUSSEN verloren und die Person ist vor allem bis ausschließlich mit sich beschäftigt. Je mehr Verantwortung jemand mit einer narzisstischen Störung für eine SACHE oder für andere übernimmt, desto größer sind die negativen Auswirkungen für das Unternehmen. Narzisstische Führungskräfte beeinträchtigen die Arbeitsatmosphäre und die Produktivität eines Unternehmens erheblich. Narzissmus im Management ist dem (nachhaltigen) Unternehmenserfolg abträglich.</p>
<p><strong>Narzissmus verstehen</strong></p>
<p>Narzissmus hat ein schlechtes Image und wird mit absichtlichem, vorsätzlichem Verhalten in Verbindung gebracht. Ich sehe das anders. Personen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind bedauernswerte Menschen. In der Wissenschaft geht man zunächst einmal von einer genetischen Disposition aus. Damit daraus eine narzisstische Störung wird, braucht es traumatisierende Erfahrungen bzw. eine hochgradig unsichere Lebenssituation in der Kindheit. Das können Bezugspersonen mit narzisstischer Störung sein, massiv vorherrschende Schuld- oder Schamgefühle oder der Verlust einer nahestehenden Person.<br />
Eine gesunde Reifung des Selbst zahlt in die Balance von “Ich bin o.k.!” (Ich erlebe mich kompetent und weiß, was ich kann) und “Ich bin nicht o.k.!” (Ich erlebe mich noch nicht kompetent und weiß, wo ich mich noch entwickeln/ was ich noch lernen kann) ein. Dieser Prozess braucht als Voraussetzung ein nährendes, wohlwollendes Umfeld. Ist die Umwelt hochgradig bedrohlich und unsicher, kann es dazu führen, dass ein Mensch seine “Ich bin nicht o.k.!” &#8211; Seite ausblendet. Dieser Schritt sichert das eigene Überleben und passiert unbewusst. Ohne die “Ich bin nicht o.k.!” &#8211; Seite gibt es keine Balance und keine Differenzierung. Das Selbstbild kippt auf eine Seite und lautet “Ich bin super/ grandios!”. Das weitere Leben dient dann dazu, die Grandiosität aufrechtzuerhalten und vor allem sich selbst gegenüber zu beweisen, dass die eigene Person einfach “super” ist. Das ist auf Dauer sehr anstrengend. Das Leben ist und bleibt ein einziger Überlebenskampf.</p>
<p><strong>Merkmale narzisstischer ManagerInnen und Führungskräfte</strong></p>
<p>1. Misserfolgsintoleranz: Narzisstische Personen und Misserfolge sind nicht kompatibel. Narzissten können mit Schuld nicht umgehen. Tritt ein Fehler auf, sind andere Schuld. In der Psychologie nennt man das Projektion. Sie neigen dazu, Schuld auf andere zu schieben. Umgekehrt wird jeder mögliche Erfolg (ausschließlich) der eigenen Person zugeschrieben.</p>
<p>2. Empathiemangel: Empathie braucht nicht nur die Bereitschaft, auf andere einzugehen, sondern auch das “Mitschwingen” innerhalb der eigenen Person. Bei Narzissten ist der Kontakt zum eigenen INNEN gestört oder unterbrochen. Echte Empathie ist (genauso wie Authentizität) deshalb nicht möglich. Einige sind in der Lage, Empathie vorzutäuschen. Zumindest gegenüber bestimmten Personen für eine beschränkte Zeit.</p>
<p>3. Mangel an Nachhaltigkeit: Der Fokus liegt auf dem eigenen Erfolg, auf der Versorgung der eigenen inneren Defizite, auf das nächste emotional geladene „Ich bin super!“. Narzissten sind bevorzugt (immer) erfolgreich und opfern dafür eine nachhaltige Orientierung. Vergleichbar mit einem Drogensüchtigen geht es um den “nächsten Schuss“. Das geht immer auf Kosten der Umgebung und der langfristigen Unternehmensziele. Narzisstische Manager hinterlassen keine blühende Blumenwiese, sondern eine karge, dürre Landschaft. Je länger narzisstische ManagerInnen am Werk sind, desto mehr Regenerationsbedarf hat das Unternehmen in der Zeit danach.</p>
<p>4. Übertriebene Selbstdarstellung: Der letzte Punkt ist eine Stärke und eine Schwäche gleichermaßen. Narzisstische Personen haben meist ein gutes Auftreten und stellen sich besser dar, als sie sind. Das macht sie in Bewerbungssituationen überdurchschnittlich erfolgreich. Das ist eine Stärke. Manchmal übertreiben sie es und verlassen bei der Darstellung ihrer Grandiosität den Boden der Realität. Dann werden sie auffällig und für andere durchschaubar. Das ist die Schwäche.</p>
<p><strong>Vier Tipps zur Vermeidung narzisstischer Führungskräfte und ManagerInnen</strong></p>
<p>Folgende vier Vorgehensweisen helfen Ihnen, narzisstische Führungskräfte und ManagerInnen in der Bewerbungssituation zu erkennen.</p>
<p>1. So erkennen Sie die Differenziertheit des Selbstbildes: Ein gut differenziertes Selbstbild ist ein Zeichen für die Integration der „Ich bin nicht o.k.!“- Seite und verbunden mit Selbstreflexion, Selbsterkenntnis und persönlicher Reife. ManagerIn wird man mit 40+. Bis dahin gibt es viele Möglichkeiten, aus den eigenen Erfahrungen zu lernen. Narzisstische Personen investieren nicht in Selbstreflexion und können im Sinne eines differenzierten Selbstbilds wenig bieten. Im Bewerbungsgespräch können Sie das folgendermaßen operationalisieren: Stellen Sie Fragen über den größten Misserfolg, über Dinge, die sie noch lernen können bzw. über Entscheidungen, die sie aus heutiger Sicht möglicherweise anders treffen würden.</p>
<p>2. So erkennen Sie Kritikfähigkeit: Die Kritikfähigkeit können Sie direkt im Anschluss an das Gespräch “testen”. Sie können dem/der BewerberIn am Ende ein Feedback geben, “wie er/sie mit seiner/ihrer Ausstattung/ mit dem, was Ihn/sie ausmacht, zur ausgeschriebenen Stelle passt”. Da es bei jeder Auswahlentscheidung Chancen und Risiken gibt, kann man durch das Benennen der Risiken die Kritikfähigkeit des/der BewerberIn testen. Wenn wir als externe BeraterInnen einen Endauswahlprozess begleiten dürfen, bekommen die KandidatInnen am Ende ein ausführliches und differenziertes Feedback zur eigenen Person. Die Reaktionen sind unterschiedlich. Es gibt Personen, die bedanken sich, es gibt welche, die nehmen das Feedback auf und sagen, sie werden darüber nachdenken und es gibt welche, die gleich zu diskutieren beginnen und alles Kritische vom Tisch wischen „müssen“. Im extremsten Fall rufen sie am nächsten Tag den/die AuftraggeberIn an und geben zur Auskunft, dass der/der externe BeraterIn keine Ahnung von seinem Job habe und das Unternehmen sich schleunigst einen Neuen suchen solle. Achten Sie darauf, wie BewerberInnen auf persönliche Kritik reagieren. Eine abwehrende bis aggressive Reaktion ist ein sicherer Hinweis auf starke narzisstische Tendenzen.</p>
<p>3. So erkennen Sie Empathiefähigkeit: Empathiefähigkeit wird am besten in einem Rollenspiel sichtbar. Ein Gespräch mit einem/einer MitarbeiterIn, der/die für das Unternehmen eine gute Leistung bringt, sich aber in einer schwierigen Lebenssituation befindet, hat sich dabei bewährt. Ziel für den/die BewerberIn ist es, auf den/die MitarbeiterIn einzugehen, Vertrauen aufzubauen, ein tieferes Verständnis für seine/ihre Situation zu erlangen, um darauf aufbauend eine gute gemeinsame Lösung zu finden.</p>
<p>4. So erkennen Sie eine übersteigerte Selbstdarstellung/ entkernte Persönlichkeit: Investieren Sie im Bewerbungsprozess in eine biographische Analyse. Hinterfragen Sie Entscheidungsprozesse im beruflichen Werdegang, beleuchten Sie die vorhandenen Alternativen, hinterfragen Sie das „Warum“ von Entscheidungen. Durch die Analyse von beruflichen Entscheidungsprozessen bekommen wir Zugang zu den Bedürfnis- und Motivationsstrukturen und erhalten Auskunft über den „Reifegrad“ einer Person.<br />
„Gesunde” ManagerInnen finden Freude an der Tätigkeit und in der Verbundenheit mit einer Sache. Sie übernehmen Verantwortung und verschreiben sich einem Ziel. Sie wissen, dass sie, auch wenn sie alles richtig machen, nicht 100% Kontrolle über den Erfolg haben. Sie vertrauen sich selbst, anderen und dem Leben. Sie geben ihr Bestes, sind ein Vorbild, erreichen andere und nehmen diese mit. Die Verbundenheit von INNEN und AUSSEN wird als Authentizität und Integrität sichtbar und wirksam. Die persönliche Ausrichtung ist mit Demut verbunden. Narzisstische ManagerInnen betreiben Selbstdarstellung und orientieren sich an äußeren Erfolgen. Es geht um Auszeichnungen, Prämien und Applaus von anderen. Das eigene Verhalten dient einem „Zweck“, Kontrolle hat eine hohe Bedeutung, Vertrauen ins Leben gibt es nicht. Demut auch nicht.</p>
<p><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p>Das Erkennen und Vermeiden von Narzissmus im Management ist entscheidend für die Schaffung einer gesunden und produktiven Arbeitsumgebung und eine nachhaltige erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Durch ein „psychologisch fundiertes“ Auswahlverfahren und die Anwendung der genannten Tipps können Sie dazu beitragen, narzisstische Führungskräfte und ManagerInnen im Unternehmen zu vermeiden.</p>
<p>Mag. Alfred Lackner</p>
<p>&#8212;</p>
<p><a href="https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7177922175033634817" target="_blank" rel="noopener">Sehen Sie hier unser Video zum Thema.</a></p>
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		<title>5 Best-Practice Tipps für Recruiting-Gespräche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[marketing@balancedsix.com]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Feb 2024 09:08:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Recruiting]]></category>
		<category><![CDATA[Anforderungsanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Biographische Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Multimethodalität]]></category>
		<category><![CDATA[Reruiting-Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Skalierungsfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensorientierte Fragen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der herausfordernden Welt des Recruitings sind effiziente und zielgerichtete Gespräche mit Bewerber:innen entscheidend. In diesem Blog erfahren Sie die fünf wichtigsten Praxistipps, die Recruiter:innen dabei unterstützen, Gespräche ökonomisch und mit hoher Treffsicherheit zu führen. Konsequent umgesetzt, unterstützen diese Tipps dabei, die richtigen Kandidat:innen für wichtige Positionen auszuwählen und den Rekrutierungsprozess zu optimieren. Tipp 1:&#8230; <a class="more-link" href="https://www.balancedsix.com/5-best-practice-tipps-fuer-reruiting-gespraeche/">Continue reading <span class="screen-reader-text">5 Best-Practice Tipps für Recruiting-Gespräche</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>
In der herausfordernden Welt des Recruitings sind effiziente und zielgerichtete Gespräche mit Bewerber:innen entscheidend. In diesem Blog erfahren Sie die fünf wichtigsten Praxistipps, die Recruiter:innen dabei unterstützen, Gespräche ökonomisch und mit hoher Treffsicherheit zu führen. Konsequent umgesetzt, unterstützen diese Tipps dabei, die richtigen Kandidat:innen für wichtige Positionen auszuwählen und den Rekrutierungsprozess zu optimieren.</p>
<p></p>
<h2><span style="color: #26358b;">Tipp 1: Gründliche Anforderungsanalyse</span></h2>
<p>
Ein erfolgreiches Recruiting-Gespräch beginnt lange vor dem eigentlichen Interview – mit einer sorgfältigen Anforderungsanalyse. Ein Briefing-Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten leistet sehr gute Dienste.</p>
<p>Ziel ist es, alles zu erfahren, was für den Job relevant ist: die Geschichte des Jobs, die aktuellen Anforderungen, zukünftige Erwartungen, die Kernaufgaben, die Beziehungsqualitäten im Team und die persönlichen Präferenzen der Vorgesetzten.</p>
<p>Besonders wichtig ist es hier, diejenigen Fähigkeiten, Kenntnisse und Persönlichkeitseigenschaften herauszuarbeiten, die für eine erfolgreiche Übernahme der Position unabdingbar sind.</p>
<p>Ein gutes Briefing-Gespräch schafft es, die Kernanforderungen von den &#8222;Nice-to-Haves&#8220; zu unterscheiden und somit die Zeit im Recruiting-Gespräch effektiv zu nutzen.</p>
<p></p>
<h2><span style="color: #26358b;">Tipp 2: Biographische Analyse</span></h2>
<p>
Nutzen Sie einen Teil des Gesprächs für eine biographische Analyse.</p>
<p>Gehen Sie auf die beruflichen Entscheidungsprozesse der Bewerber:innen, beginnend im Alter von 14 Jahren, ein und analysieren Sie wichtige Entscheidungen.</p>
<p>Warum hat sich jemand für einen bestimmten Bildungsweg oder Job entschieden? Was waren die Alternativen? Was wurde gewählt und warum? Was wurde nicht gewählt und warum? Hat der Einfluss von Freund:innen, der Wunsch der Eltern, die Nähe zum Wohnort oder das persönliche Interesse die Entscheidung begründet?</p>
<p>In Entscheidungssituationen werden berufsrelevante Persönlichkeitseigenschaften sichtbar. Wenn Sie Entscheidungssituationen in der Tiefe erkunden, offenbaren sich wertvolle Einblicke in die Motivations- und Bedürfnisstrukturen der Bewerber:innen.</p>
<p></p>
<h2><span style="color: #26358b;">Tipp 3: Verhaltensorientierte Fragen</span></h2>
<p>
Um die Kompetenzen und das Verhalten in beruflichen Kontexten zu „objektivieren“, setzen Sie auf verhaltensorientierte Fragen. Fragen Sie nach konkreten Beispielen, in denen der/die Bewerber:in bereits in der Vergangenheit eine Kompetenz gezeigt hat.</p>
<p>Nehmen wir als Beispiel Durchsetzungsvermögen. Der Einstieg könnte lauten: „Schildern Sie mir bitte eine Situation, in der Sie sich im Beruf gegen die Interessen von anderen durchgesetzt haben.“</p>
<p>Zunächst ist interessant, welche Situation genannt wird. Diese zeigt uns, was der/die Bewerber:in unter Durchsetzung versteht. Danach geht es darum, die Situation „auszuleuchten“. Ging es um Durchsetzung oder eher um Überzeugung? Wie war die Ausgangssituation? Was hat der/die Bewerber:in unternommen bzw. gesagt? Wie hat das Gegenüber reagiert? Wie war die Dynamik in der Situation? Wie endete die Situation? Und schließlich: Was würde der/die Bewerber:in rückblickend anders machen?</p>
<p></p>
<h2><span style="color: #26358b;">Tipp 4: Skalierungsfragen</span></h2>
<p>
Skalierungsfragen sind ein effektives Werkzeug, um schnell aussagekräftige Informationen zu bestimmten Themen zu erhalten. Sie bieten zudem einen guten Einstieg, um mit gezielten Nachfragen zu differenzierten Informationen zu gelangen.<br />
Eine Frage zur Arbeitszufriedenheit könnte bspw. lauten: „Auf einer Skala von 0 bis 100 %, wie hoch ist Ihre aktuelle Arbeitszufriedenheit? Die Arbeitszufriedenheit umfasst die Tätigkeit, die Beziehungen, die Perspektiven, die Bezahlung und den Arbeitsort.“<br />
Ab einem Wert von 70% kann man von einer „guten“, jedenfalls gesunden Beziehung zum eigenen Job ausgehen. Der Energie und Zeit, die für den Job investiert wird, steht eine angemessene persönliche Zufriedenheit gegenüber.</p>
<p>Im nächsten Schritt können Sie eine offene Frage stellen: „Was fehlt Ihnen, um Ihre Arbeitszufriedenheit mit 100 % einzustufen?“ Jetzt erfahren wir, was der/die Bewerber:in gern mehr oder weniger hätte und welche Aspekte im Beruf bedeutsam sind. Indem wir nachfragen und in die Tiefe gehen, erfahren wir auch, warum diese Aspekte bedeutsam sind. Die Frage nach der Arbeitszufriedenheit liefert zudem Informationen über den „Modus“ der Motivation: Menschen mit geringer Arbeitszufriedenheit befinden sich in der Regel im „Weg-von“-Modus, während Menschen mit hoher Arbeitszufriedenheit im Bewerbungsprozess tendenziell eine „Hin-zu“-Motivation zeigen.</p>
<p></p>
<h2><span style="color: #26358b;">Tipp 5: Multimethodalität</span></h2>
<p>
Kombinieren Sie verschiedene Instrumente in Ihren Auswahlprozessen, um ein ganzheitliches Bild der Bewerber:innen zu erhalten. Ergänzen Sie das Interview durch Persönlichkeitstests, Arbeitsproben, Rollenspiele, Selbstpräsentationen oder Fallbeispiele.</p>
<p>Die Nutzung unterschiedlicher „Informationskanäle” steigert die Zuverlässigkeit Ihrer Einschätzungen. Wenn andere Instrumente ähnliche Ergebnisse wie das Recruiting-Gespräch liefern, bestätigt dies den Output des Interviews. Treten abweichende Ergebnisse zutage, ist es sinnvoll, gezielt nachzufragen. Insbesondere Persönlichkeitstests sind häufig sehr ökonomisch in der Durchführung und messen berufsrelevante Persönlichkeitsfaktoren auf eine ganz andere, aber ergänzende Weise.</p>
<p></p>
<h3><span style="color: #26358b;">Fazit:</span></h3>
<p>
Die konsequente Anwendung dieser fünf Tipps hebt Ihre Recruiting-Gespräche auf das nächste Level. Jeder Tipp leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Prozesses. In Kombination verstärkt sich deren Wirkung, was es Ihnen ermöglicht, die besten Kandidat:innen für Ihr Unternehmen zu identifizieren.</p>
<p>Dadurch können Sie Fehlbesetzungen, Frustration und Fluktuation vermeiden und gleichzeitig eine professionelle Candidate Experience schaffen.</p>
<p><iframe title="5 Best Practice Tipps für Recruitinggespräche" src="https://player.vimeo.com/video/910911853?h=2d9de5386a&amp;badge=0&amp;autopause=0&amp;player_id=0&amp;app_id=58479" width="1920" height="1080" frameborder="0"></iframe></p><p>The post <a href="https://www.balancedsix.com/5-best-practice-tipps-fuer-reruiting-gespraeche/">5 Best-Practice Tipps für Recruiting-Gespräche</a> first appeared on <a href="https://www.balancedsix.com">BALANCED SIX</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Rekrutierung neu gedacht mit Balanced Six: Kompetenzen, Motivation und das Verständnis für die Person</title>
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		<dc:creator><![CDATA[marketing@balancedsix.com]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Feb 2024 07:06:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Recruiting]]></category>
		<category><![CDATA[Authentizität]]></category>
		<category><![CDATA[Balanced Six Modell]]></category>
		<category><![CDATA[Innere Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Kompetenzfelder]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiterbindung]]></category>
		<category><![CDATA[Rekrutierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Im dynamischen Feld der Personalbeschaffung stehen Recruiter:innen ständig vor der Herausforderung, passende Kandidat:innen für spezifische Rollen zu finden. Eine zeitgemäßes Recruiting basiert dabei auf dem Verständnis von drei zentralen Kompetenzfeldern: &#160; Fachkompetenz, was ist dem/der Bewerber:in in fachlicher Hinsicht möglich, wie viel und welche Branchenerfahrung ist bereits vorhanden, Aufgabenkompetenz, wie bearbeitet der/die Bewerber:in bevorzugt&#8230; <a class="more-link" href="https://www.balancedsix.com/rekrutierung-neu-gedacht-mit-balanced-six-kompetenzen-motivation-und-das-verstaendnis-fuer-die-person/">Continue reading <span class="screen-reader-text">Rekrutierung neu gedacht mit Balanced Six: Kompetenzen, Motivation und das Verständnis für die Person</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Im dynamischen Feld der Personalbeschaffung stehen Recruiter:innen ständig vor der Herausforderung, passende Kandidat:innen für spezifische Rollen zu finden. Eine zeitgemäßes Recruiting basiert dabei auf dem Verständnis von drei zentralen Kompetenzfeldern:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fachkompetenz</strong>, was ist dem/der Bewerber:in in fachlicher Hinsicht möglich, wie viel und welche Branchenerfahrung ist bereits vorhanden,</p>
<p><strong>Aufgabenkompetenz</strong>, wie bearbeitet der/die Bewerber:in bevorzugt Aufgaben und</p>
<p><strong>Soziale Kompetenz</strong>, wie gestaltet der/die Bewerber:in bevorzugt Beziehungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Über diese im AUSSEN Verhalten beobachtbaren Fähigkeiten hinaus spielen berufsrelevante Persönlichkeitseigenschaften eine Rolle, die im INNEN der Person angesiedelt sind. Dieser Blog-Beitrag beleuchtet die Bedeutung dieser Aspekte und zeigt auf, wie ein tiefgreifendes Verständnis von Bewerber:innen die Treffsicherheit bei der Auswahlentscheidung maximieren kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kompetenz als Grundstein der Rekrutierung</strong></p>
<p>Das Fundament einer erfolgreichen Besetzung ist die Ermittlung der Aufgaben- und Fachkompetenz. Diese Kompetenzen bilden die Basis, um spezifische berufliche Herausforderungen zu bewältigen. Zum Beispiel benötigt ein/e Mitarbeiter:in im HR-Bereich fundierte Kenntnisse im Arbeitsrecht, um einen Arbeitsvertrag korrekt zu erstellen. Gleichzeitig ist die soziale Kompetenz unerlässlich, um effektiv im Team zu arbeiten und zwischenmenschliche Dynamiken zu navigieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Bedeutung der inneren Motivation</strong></p>
<p>Aber was geschieht, nachdem wir jemanden gefunden haben, der von der Kompetenzseite zum Job passt? Dann rückt die INNEN-Seite ins Zentrum des Interesses. Die INNEN-Seite ist nicht direkt beobachtbar, aber entscheidend für den mittel- und  langfristigen Erfolg in der Position. Nehmen wir als Beispiel die Aufgabe “Excel-Tabellen bearbeiten”: Wenn eine Person in der Lage dazu ist, aber nur wenig Interesse an der Tätigkeit hat, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Bearbeitung der Aufgabe darunter leidet. Es geht also nicht nur darum, ob jemand eine Aufgabe ausführen kann, sondern auch darum, ob die dafür notwendige Energie bzw. “Leidenschaft” vorhanden ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Interessen, Bedürfnisse und Motive</strong></p>
<p>Interessen sind in der Regel stabil und nicht bewusst veränderbar. Sie sind intrinsische Motivatoren, die eine tiefgreifende Verbindung zwischen einer Person und ihrer Arbeit schaffen. Bedürfnisse hingegen sind teils angeboren, teils sozialisiert und sollten durch das Arbeitsumfeld zumindest nicht frustriert werden. Eine Frustration von Bedürfnissen, wie etwa dem nicht erfüllten Wunsch nach Autonomie, führt schnell zur Unzufriedenheit. Menschen mit einem hohen Autonomiebedürfnis passen einfach nicht zu “Mikromanager-Vorgesetzten”. Motive liefern Energie für einen “Zweck”. Sie sind zielgerichtet, wie das Streben nach finanzieller Belohnung, geringem Aufwand oder anderen externen Faktoren. Ist der Zweck oder das Ziel auf anderem Weg (leichter) erreichbar, ist die Energie weg.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Werte und Prinzipien in der modernen Arbeitswelt</strong></p>
<p>In der sich wandelnden Arbeitswelt gewinnen Werte und Prinzipien zunehmend an Bedeutung. Themen wie Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit der Arbeit resonieren besonders mit jüngeren Generationen. Ein Unternehmen, das glaubwürdig diese Werte lebt, kann die Ausrichtung und das Engagement seiner Mitarbeiter:innen stärken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Verbindung von AUSSEN- und INNEN-Seite</strong></p>
<p>Die Psychologie hat sich lange auf die AUSSEN-Seite, die messbare Kompetenz konzentriert. Heute erkennen wir die Bedeutung der INNEN-Seite – das, was eine Person im Kern ausmacht. Diese Innensicht ist der Pfad der Lebendigkeit und Authentizität. Ein ganzheitliches Verständnis beider Seiten ermöglicht es Recruiter:innen, über die reine Passung von Fähigkeiten hinaus, Kandidat:innen zu finden, die wirklich zu einem Job/ Umfeld/ Vorgesetzten/ Unternehmen passen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Balanced Six Modell im Recruiting</strong></p>
<p>Das Balanced Six Modell verbindet die klassische Kompetenzmessung mit einem tieferen Verständnis für die inneren Antriebskräfte eines Bewerbers/ einer Bewerberin. Dadurch können Führungskräfte Mitarbeiter:innen nicht nur richtig einstellen, sondern auch passend begleiten, führen und fördern. Eine empathische Grundhaltung im Recruitinggespräch unterstützt die Möglichkeit, die INNEN-Seite stärker in den Blick zu nehmen. Sie ermöglicht es, die gesamte Person zu erfassen und nicht nur ihre Fähigkeiten abzuhaken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In Zeiten wie diesen, in denen die Arbeitskräfte knapp werden, ist es wichtiger denn je, ein tiefes Verständnis für die individuellen Bedürfnisse und Motivationen von Bewerber:innen zu entwickeln. Dies geht über das Generationenthema und die Berufserfahrung hinaus. Es geht um das, was Menschen wirklich antreibt und erfüllt. Ein solches Verständnis im Recruiting zu verankern, kann die Mitarbeiterbindung stärken und letztendlich zum langfristigen Erfolg eines Unternehmens beitragen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe title="Erster Videoblog Verständnis &amp; Recruiting" src="https://player.vimeo.com/video/854415794?h=fdb3e00b9c&amp;badge=0&amp;autopause=0&amp;player_id=0&amp;app_id=58479" width="1920" height="1080" frameborder="0"></iframe></p><p>The post <a href="https://www.balancedsix.com/rekrutierung-neu-gedacht-mit-balanced-six-kompetenzen-motivation-und-das-verstaendnis-fuer-die-person/">Rekrutierung neu gedacht mit Balanced Six: Kompetenzen, Motivation und das Verständnis für die Person</a> first appeared on <a href="https://www.balancedsix.com">BALANCED SIX</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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